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Wege der Heilung

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In den Herbstgärten hat vieles schon ausgeblüht – Tulpen, Rosen, Lilien… Stauden werden zurückgeschnitten und mit ein bisschen Wehmut denkt man an die Blütenpracht, die bald dem Winter weichen muss. Aber am Rand unseres Gartens, auf manchem Ackerrain, auf den Schuttplätzen und am Wald findet man noch einige Trotzköpfe, die sich weiter in ihrer Schönheit zeigen.

Und die, über die ich heute berichten will, zählen zur Gattung der „Ärgerpflanzen“ (dieses Wort habe ich soeben erfunden). Das sind solche, die nie gepflanzt wurden, die immer machen was sie wollen, die keiner haben will und über die sich der ordentliche Gärtner ärgert, weil sie ungefragt sein Territorium betreten.

Die Disteln sind so eine Familie. Wer will die schon…

Aber genau die sind es, die besonders viel Heilsames in sich tragen!

Die Mariendistel ist bei uns die größte unter ihnen. Der purpurne Strubbelkopf ernährt nicht nur ein paar verspätete Insekten, sondern die Pflanze enthält Sylimarin, einen Wirksoffkomplex aus Flavonoiden, Bittersoffen und einem fetten Öl mit hohen Anteil an Linolsäure.

So hilft die Mariendistel speziell bei schweren Lebererkrankungen und Vergiftungen. Die Schulmedizin setzt sie auch bei Knollenblätterpilzvergiftungen ein!

Sie kann zudem die Neubildung und Regeneration der Leberzellen fördern.
In der Leber sitzt die Wut, sagen die alten Chinesen. Sie führen viele Stimmungs-schwankungen auf eine Lebererkrankung zurück. Und so kann ausgerechnet die Mariendistel dem Gärtner, der sich zuviel über sein Unkraut geärgert hat, helfen, seiner Leber wieder etwas Gutes zu tun.

Natürlich muss man bei einer schweren Vergiftung oder einer anderen ernsten Erkrankung immer den Arzt konsultieren und darf keinenfalls drauf los therapieren.

Gerade in unserer Zeit, in der die Zeitungen voll sind von „Giftskandalen“ und Umweltproblemen, kann die Mariendistel uns besonders helfen: Zur Stärkung der Leber – als Tee oder gemischt mit Schafgarbe für einen Leberwickel.

Wussten Sie, dass man alle Disteln auch essen kann? Sie schmecken superlecker. Man kocht die Blütenböden in Salzwasser und bereitet sie wie Artischocken zu. Das ist zwar ein wening fummelig, aber es lohnt sich!

Auch die Blätter lassen sich zubereiten – wie Spinat. Sie fördern unter anderem den Milchfluss von Müttern.

Wer hätte der Distel so viel zugetraut…
Sie ist überraschend!

So wie damals, vor vielen Jahren, auf der Schwäbischen Alb. Da hatten wir immer ein, zwei Bienenstöcke. Und eines Sommers, als die Sommerblumen schon verblüht waren, stürzten sich unsere Bienen wie wild auf die Disteln. Sie brachten uns eine der leckersten Ernten: Einen seltenen Distelhonig.

Ja so sind sie, die unscheinbaren, ungebetenen Kräuter am Rand unserer Gärten. Wir ärgern uns – und sie heilen…

Ich wünsche Ihnen einen in jeder Hinsicht goldenen Oktober.

Oktober 2017

Mariendistel





Kontakt:

Gabriela Schreiber

Pflanze des Monats