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Wege der Heilung

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Während ich so durch den Wald stromere, meine Hündinnen Zora und Milli voraus, schaue ich mich um, welche Pflanze der November denn für mich bereit hält. Die Kiefer vielleicht? Oder der unermüdliche Nelkenwurz?

Spinnenfäden fangen die Novembersonne ein und Milli kommt aus dem Gebüsch hervor. Im Schwanz sitzen groß und fest die fast getrockneten Samenstände der Klette. Wie ärgerlich! Jetzt heisst es erst mal pulen (jeder Hundehalter kennt dies Lied). Am besten entfernt man das mit ein bisschen Öl und viel Geduld.
Je weniger Öl, desto mehr Geduld – ich habe gerade gar kein Öl zur Hand…

Also: Die Große Klette soll es sein (Arctium lappa).
Wussten Sie, dass es sich hier auch um eine Heilpflanze handelt?

Der heilkundige Jakob Dietrich Tabernaemontanus hat sie in seinem Kräuterbuch aus dem 16. Jahrhundert wie folgt beschrieben:

„Die grosse Klette hat ein Wurtzel / welche schlecht / lang / auswendig schwartz / und innwendig weiß / eines bitteren Geschmacks /: Dessen Stengel rund und hohl / weiß / mit purpurroth vermischt / mit vielen Nebenzweiyglein und kleinen spitzigen schmalen Blättlein besetzt. Die Blätter sein breit und lang / schwartzgrün / an den Seiten gegen Erden äscenfarb / gegen dem Heumonat erscheinen die grüne / runde Frucht oder Klettenknöpfe / mit vielen gebogenen Häcklein / damit sie sich an die Kleider heften: Diese sind erstlich grün / darnach blühen sie gar schön Liechtbraunroth / als die gemeinen Disteln. Der Samen ist lang und graufarb. Zwischen den Blättern und Zweyglein wachsen die stacheligen Kletten, fast wie ein Ygelsköpflein anzusehen.“

Die Klette war schon in alter Zeit und auch heute noch eine Pflanze zur Entgiftung.

Sie wird bei Geschwüren, Ekzemen, Furunkeln und Hautausschlägen eingesetzt.

Zur Anregung von Leber, Galle, Milz, Nieren, Blase und Haut verwendet man die Wurzel: Hierfür gräbt man sie im November aus, trocknet und pulverisiert sie und nimmt täglich eine Messerspitze dieses Pulvers ein.

Die Klettenwurzel enthält übrigens bis zu 45% Insulin!

Zudem hat man aus der Klettenwurzel früher „Kaffee“ hergestellt.

In Japan ist es außerdem ein beliebtes Gemüse.

Und nicht zuletzt ist das Klettenwurzelöl nicht nur für die Haare gut, sondern ein wunderbares Massageöl bei rheumatischen Beschwerden. Geben Sie hierfür frisch zerstoßene Klettenwurzel in ein Schraubglas und füllen Sie es mit (gutem!) Olivenöl auf. Das Glas lassen Sie nun mehrere Wochen in der Wärme stehen und filtern dann das Öl ab.

So viele wundersame Eigenschaften in dieser Pflanze – dagegen wirkt das bisschen Ärger fast schon wieder lächerlich, oder?

November 2017

Grosse Klette





Kontakt:

Gabriela Schreiber

Pflanze des Monats